Donnerstag, 23. Februar 2017

VOR der Vorschule

Ihren Namen kann das Tochterkind schon eine ganze Weile schreiben. Symbole und Schriftzüge, Piktogramme und Buchstaben und Fragen danach begleiten uns stets und ständig im Alltag. Frühzeitig schon begann Krümelie's "Ich schreibe etwas" Nachahmung. Seit diesem Jahr hat die sprachliche Leidenschaft nochmal Auftrieb bekommen. 

Wir saßen in der Tram und Krümelie deutete auf die Scheibe. Von Außen prangte ein Schriftzug quer über die Scheibe. Das Tochterkind deutet auf das "S": "Schau mal, Mama. Da ist ein S. S wie Schlange. Und da ist ein "B". B wie Blume." Sie erkannte die Buchstaben und nannte zum Anfangsbuchstaben passende Wörter. Immer sicherer mal-schreibt sie Mama, Papa, Oma und Opa. Vorgeschriebes wird gekonnt abgemal-schreibt. 

Andere Sprachen faszinieren. Wenn sie auf der Straße fremdartige Wörter hört, fragt sie uns danach. Welche Sprache? Aus welchem Land? Und was heißt das dann? 

Krümelie möchte in die Schule. Sie möchte lernen. Sie möchte verstehen. Sie will können. 

Größe hin oder her. Ab dem Sommer wohnt hier ein Vorschulkind. 

Die Trübung meines Blickes für die Stärken und Schwächen meines Tochterkindes ist beim Thema "Schule" kaum relevant. Feststeht ja so oder so, dass sie irgendwann in die Schule muss. Aber bitte in eine Gute. Kleine Klassen, durchdachtes Konzept- gerne mit Schwerpunkt und Zusatzangeboten, Pädagogen, die hinter dem Ganzen stehen und für die Rückengesundheit am Besten mit Spinnten. 

Lehrermangel, Unterrichtsausfall und 30 Kinder in einer Klasse lassen mich dagegen schaudern. 

Als die Interessen des Tochterkindes zu benennen waren, hörten wir uns frühzeitig nach Schulempfehlungen um. Wir fanden eine Grundschule, die unseren Wünschen entspricht und über einen zumutbaren Schulweg zu erreichen wäre. 

Ich hielt uns schon für bekloppt, dass wir Krümelie mit fast 4 Jahren für das Schuljahr 2018/2019 anmeldeten.  
Nunja. 



An der gewünschten Grundschule stand ein Tag der offenen Tür an. Die Kinder schauten sich mit dem Herzmann und Oma Vorort um. Der erste Eindruck schien gut. Ich bekam fleißig Bilder geschickt. Krümelie benannte einen Fisch (nach ihrem Bruder), unterhielt sich mit älteren Kindern und half bei einem Experiment. Krümel wollte die Schränke näher inspizieren und super aufgeregt erzählte Krümelie mir von Schach, Ballett und Instrumenten. Von diesem und jenem. 

Der Herzmann widmete sich den Informationen. Und fragte. Hätte er mal lieber lassen sollen. Die gewonnene Erkenntnis war nicht so toll. 2 Jahre vor dem Schuleintritt sind für eine kreative Privatschule wohl zu spät. 

Es bleibt spannend. Die Hoffnung stirbt zuletzt. 

Übrigens finde ich es krass, dass bei einer anderen kreativen Privatgrundschule eine Anmeldegebühr erhoben wird. Verwaltungsaufwand schon klar. Aber Geld zu bezahlen, damit man auf einer Warteliste steht für einen möglichen - keinen garantierten -Schulbesuch, das ist doch verrückt. 

Es bleibt aufregend. Auch wenn es jetzt VOR der Vorschule ist, also noch nicht mal ums Eingemachte geht, bekomme ich ab und zu bei dem Thema Bauchschmerzen. Ich möchte nicht, dass die Lernfreude und Begeisterungsfähigkeit meiner Tochter vom Schulsystem zerstört wird. 

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema "Schule"? 
Ratschläge sind herzlich willkommen. 

Anne 

Kommentare:

  1. Meine Erfahrungen mit Schule sind bisher sehr positiv, der ganze Horror der verbreitet wird, der traf bei uns nicht zu. Meine Mädels haben tolle Lehrerinnen. Lustig ist, dass Louisa ihre Grundschullehrerin so vergöttert, dass sie heute am freien Tag freiwillig aufgestanden ist und sie schläft gerne laaaang. Gerade diese wirklich tolle Lehrerin wurde mir von manchen vor Schuleintritt als Drachen und total unmöglich beschrieben. Es ist immer ein Ding der Wahrnehmung und Schule ist eben dann doch zum lernen da obwohl heute viel mehr spielerisch vermittelt wird als bei mir früher.
    Geh entspannt an die Sache ran, ich habe es überlebt immer 35 Kinder in der Klasse zu haben

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    1. Liebe Martina,
      vielen Dank für deine Worte.
      Schule ist noch ein Mysterium. Wir werden versuchen eine Balance zu finden, sodass nicht zu viel angeboten, verlangt und gehört wird. Und im Endeffekt hast du völlig Recht: Es steht und fällt alles mit den Menschen. Ich kann wahrscheinlich kaum auf die Chemie zwischen den Schülern und den dann den Lehrern Einfluss nehmen. Und wenn die sorgenvolle Stimme in meinem Kopf von meinem Herzen und der Überzeugung, dass meine Kinder wunderbar sind, ruhig gestellt wird, freue ich mich auf den Tag, wenn mir vorgelesen wird.

      Viele Grüße Anne

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