Dienstag, 26. Juli 2016

Größe ist nicht alles. Oder doch?

Vor DEM Termin

Nun steht er kurz bevor - DER Termin. Seit wir vom UTS wissen, wusste ich, dass dieser Tag kommen wird. Das Thema Größe begleitet uns. Es ist ein Top-Thema. Ein Dauerbrenner. Ein Phantom. 

Noch bevor meine Tochter überhaupt geboren wurde, klang die Frage nach den Körpermassen unheilbringend. Manches Mal begegnete mir Erstaunen, weil Krümelie mit "normalen" 50 cm geboren wurde. Wir warteten dann wie bei Dornröschen darauf, dass sich die Prophezeiung erfüllen würde. Irgendwann würde unsere Tochter zu klein sein. Sie würde die Kurve und damit den Normbereich verlassen. Ob ein hundertjähriger Schlaf nicht wünschenswerter wäre, weiß ich nicht. Leidensdruck und Hänselein würden meine Tochter erwarten. Und dann würde DER erlösende Termin kommen. Wie ein strahlender Prinz würde uns der Endokrinologe erwarten, wie ein Schwert, welches Dornenhecken durchtrennt, würde er seine Spritzen erheben und uns erlösen. 

Nach zu erwartendem anfänglich Unmut würde sich Krümelie mit der Zeit locker alleine spritzen können und fröhlich lachend mit anderen Mädchen ihre Injektionsgeräte vergleichen. Ein Aufhohlwachstum würde einsetzen und die Norm wäre greif- bzw. erreichbar. 

Happy End.


Versteht mich nicht falsch. Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Wirklich, Seit der Diagnosestellung geistert diese Frage - Spritzen ja oder nein? - um uns herum. Und es gibt keine allgemeingültige Antwort. 
Es gibt so viel abzuwägen. 

Krümelie ist 4 Jahre alt. Sie wird bei dem Termin in der Endokrinologie gemessen und eingeschätzt. Wir werden bestimmt nochmals aufgeklärt und können uns dann entscheiden, ob wir dem Wachstum auf die Sprünge helfen.

Ich kenne Pro und Contra. Schon wenige Zentimeter können einen Unterschied machen. Die Körperproportionen können sich verlagern, die Selbstwahrnehmung und die Selbstwirksamkeit (zum Beispiel durch die Möglichkeit des Autofahrens) kann gestärkt werden. Trotzdem ist es ein Eingriff in natürliche Vorgänge und es können Nebenwirkungen auftreten.

Die Tendenz geht zum Nein. Entschieden haben wir noch nichts. 
Bisher haben wir auch noch nicht mit Krümelie gesprochen. Sie soll möglichst unbefangen zum Termin gehen. Anschließend werden wir uns unterhalten. 

Erste Gedanken (vom letzten Jahr) könnt ihr HIERHIER und HIER lesen. 

Ich bin gespannt, was wird, und werde berichten. 

Anne

Kommentare:

  1. Emelie war sogar mit 51 cm geboren und befindet sich im Moment auf P90. Aber uns hat der Endokrinologe gesagt dass es mit Wachstumsverzögerung erst mit 2 Jahren anfängt... Ich weiß selber nicht, was wir machen werden. Ich bin selber ganz klein (152 cm) und komme gut damit klar. Aber z.B. 146cm oder so wäre für mich persönlich schon extrem...

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    1. Echt, das ist so eine schwere Entscheidung, weil die Konsequenzen so weitreichend sein können. Und das Gesundheitsmanagment, Kontrolltermine würden im Alltag mehr Raum einnehmen.
      Eine Verzögerung konnten wir mit nem halben Jahr schon feststellen bzw. der Abstand zu Gleichaltrigen wurde da schon ersichtlich.
      Wir werden sehen...
      Alles Gute für euch.

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