Donnerstag, 2. Juni 2016

Scheiß schöne perfekte Welt

Es ist doch zum Kotzen, dass wir für den Fortbestand der Menschheit, Frauen und Familien brauchen. Es könnte so einfach sein. Wie "Blumen züchten" sollte es gehen. Wie Gemüse heranziehen. Ein bisschen im Genpool fischen und optimieren. Kosten sparen. Am Besten wäre doch Lehm und Ton. Dann würde eine optimal eingestellte Maschine perfekte kleine Menschen formen. Ein Formular ausfüllen - ein Kreuz hier; eins da und et volia: Ein Baby 2.0. Hübsch anzusehen. Nicht zu dumm, soll ja später alleine leben. Nicht zu schlau, soll ja keine Fragen stellen. 

Oder doch lieber verschiedenen Ausgaben. Eine Elite erschaffen. Dann noch eine Einheitsmasse und der Rest, die B- und C-Ware mit Mängeln, wird ausgesondert. Zum Düngen der "guten Samen" verwendet... 

Scheiß schöne perfekte Welt. 

Es ist zum Kotzen.  
Sollte ein vorgeburtlicher Test auf Behinderung Kassenleistung werden?
Mit einem neuen Bluttest können Schwangere risikolos prüfen lassen, ob ihr ungeborenes Kind einen Gendefekt hat. Der Test ist bislang eine teure Extraleistung, könnte in Zukunft aber Kassenleistung werden. Was spricht für und was gegen einen standardisierten Gentests?
Soviel zum Thema des gestrigen Stern-TV Beitrags.  

Alles in mir schreit "NEIN!". 

Ganz so neu finde ich den Bluttest zwar nicht, aber das Horrorszenario, dass die Fehlersuche zur Kassenleistung und somit zum Standard wird, wird leider immer realer. 
Ich bin dagegen.

Für mich werden die Hormone und die Sorgen von werdenden Eltern ausgenutzt. Es ist Geldmacherei oder eine vermeintliche Ersparnis. Wenn der Kostenfaktor nicht geboren wird, muss auch keiner zur Kasse gebeten werden. Schon klar. 

Es ist Gleichmacherei. Es ist Aussonderung. Was für ein Zeichen setzen wir, wenn wir bei jedem Baby nach Fehlern suchen? Gleichzeitig wird ein Weg für vermehrte "abtreibende Konsequenzen" geebnet. Je früher, desto problemloser kann der Ausweg beschritten werden. 

Es gibt Gesetze gegen Diskriminierung. Diese frühen Bluttests sind eine gegenüber allen Menschen mit einer Chromosomenanomalie. Schämen sollten wir uns. 

Jede Schwangere, alle werdenden Eltern, sollen ein Recht auf Mitbestimmung haben. Sie sollen sich sicher, umsorgt und "guter Hoffnung" fühlen. Das wir uns ein gesundes Baby wünschen, finde ich völlig legitim.Es ist die Aufgabe von Eltern nur das Beste für ihr Kind zu wollen. Gleichzeitig ist es aber auch ihre Aufgabe sich in Ambiguitätstoleranz zu üben. Und diese beginnt eben mit der Schwangerschaft. Wir müssen aushalten, dass wir nicht alles kontrollieren können. Der Test gaukelt uns Sicherheit vor. Passieren kann jedoch immer etwas. 

Wer für sein Gefühl, und ich halte wirklich viel davon auf selbiges zuhören, diese Absicherung braucht, der soll das verdammt nochmal selbst bezahlen. Von mir aus soll es Einzellfälle geben. Aber eine Generalisierung ist der falsche Weg. 

Mit jeder Faser meines Seins bin ich dafür, dass die Krankenkassen das Geld sparen und lieber für die nötige Hebammenbetreuung nutzen. Dort ist es sinnvoller. 

Liebe zählt keine Chromosomen!
Jedes Leben ist X-MAL ANDERS!

Kommentare:

  1. Meine liebe Anne ich bin so deiner Meinung. Eine Generalisierung ist wirklich der falsche Weg. Eine Überlegung wäre es wert dafür eine Unterschriften Petition zu starten.
    Ich fühle mit dir und werde dieses Thema weiter verfolgen. Sei ganz lieb gedrückt Grüße Annika

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    1. Liebe Annika,
      darüber habe ich auch schon nachgedacht. Und ich hoffe, dass am nächsten Wochenende Entscheidungen dazu getroffen werden. Es ist mehr als eine Stellungnahme dazu nötig. Vielleicht fällt jemandem noch etwas ein. Ideen sind Willkommen.
      Sei herzlich gedrückt.
      Anne

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