Samstag, 9. April 2016

Von Fremden wird nix genommen!

Kinder sollen unbeschwert aufwachsen. Sie sollen neugierig sein. Sie sollen offen sein. Jetzt kommt ein Aber. Aber sie sollen nicht Offensein für die Gaben von Fremden. 

Meine Kinder sind toll.
Wenn der Sohn strahlend und lächelnd sein "Allo" (Hallo) flötet, geht mir das Herz auf. Wenn mir die Tochter voller Inbrunst erklärt, dass ich ihre allerliebste Freundin bin, muss ich sie einfach knuddeln. Die Zwei sind sooo süß. Vom Geschwisterplüsch fange ich gar nicht erst an.   

An dieser Stelle wendet sich das Blatt. Die verklärte Stimmung mit einem "(Everything I Do) I Do It for You"- Soundtrack schlägt um. Es wird Finster. Unheilversprechende Musik würde laut schallen. 

Es freut mich, wenn sich unsere Mitmenschen ebenfalls von den Zweien verzaubern lassen. Ein nettes Lächeln und freundliche Worte machen uns jedoch nicht zu Vertrauten, Bekannten oder Freunden. Wir begegnen fast nur Unbekannten. Großstadt eben. Öffentliche Verkehrsmittel. Das führte in diesem Fall dazu, dass eine Fremde den Kindern ungefragt Bonbons geben wollte. Was ich nicht will. 

Folgende Begebenheit lässt mich diese Zeilen schreiben: Der Herzmann, die Kinder und ich stiegen in die Tram. Krümelie setzte sich. Ich positionierte das Laufrad. Mein Mann lenkte den Kinderwagen. Plötzlich hielt mir das Tochterkind einen Sahnebonbon hin und fragte, ob ich diesen öffnen könne. Woher der Bonbon sei, erwiderte ich. Von dem Mann neben ihr, antwortete sie. Ich war kurz verwirrt. Die Frau (kein Mann, unschmeichelhafte Verwechslung) holte sich ihre Gabe (2 Bonbons) zurück und totterte vor sich hin. Ich erklärte meiner Tochter sodann, dass von Fremden nix genommen wird, sprach ein klares Verbot aus und schärfe Krümelie ein, dass sie "Nein, Danke" sagen solle. Das gelte auch für ihren Bruder. Die Frau quittierte meine Ausführungen mit Kopfschütteln und "Unerhört"-Ausrufen. 

Es ist nicht immer einfach. Wenn ich so darüber nachdenken, begegnen uns im Alltag einige Gaben von Fremden. Probierschoki, Seifenblasen, Luftballons - Werbegeschenke werden mit Dank entgegengenommen. Sie kommen auch von unbekannten Menschen. Doch das ist in Ordnung? Zweierlei Maß - den Unterschied müssen die Kinder erst lernen?  

Mag sein, dass die Frau nur meiner süßen Tochter eine Freude machen wollte, dass sie keine bösen Gedanken hatte, aber sie war eben fremd. Es hätte auch anders sein können. Und eine andere Person hat vielleicht keine guten Absichten... und dann? 

Es ist ein Herausforderung. Wo wird die Grenze gezogen? Wer ist freundlich und wer nicht? Sollten wir Werbegeschenke kategorisch ablehnen? 

Ich erkläre Krümelie am Abend nochmal, dass von Fremden nix genommen wird. "Warum nicht?", fragt sie. "Weil es verboten ist", lautet meine Antwort. Das reicht ihr als Erstes. 

Unweigerlich in die gleiche Kategorie gehört "Nicht mit Fremden reden" und "Nicht mitgehen". Wer ist Fremd? Und gar böse? Ich will meinen Kinder auch keine Angst machen. 

Wie handhabt ihr das? Habt ihr einen Rat, eine Methode oder eine Idee? Eine Buchempfehlung? Wie werden solche Gespräche geführt? Hier war es situativ, nicht "ausführlich". Ich habe darüber noch nicht nachgedacht. Erfahrungsberichte und Meinungen eurerseits wären super.

Anne 

Kommentare:

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  3. Gelöschtes Kommentar ist jetzt zu finden unter: http://xmalandersuts.blogspot.de/2016/04/uber-erziehung-und-geben-und-nehmen.html?m=1

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