Dienstag, 8. März 2016

??? kindliche Warum-Fragen

Kinder sind neugierig. Sie beobachten, entdecken, staunen, probieren, stellen Zusammenhänge her und FRAGEN. In der Regel ab 3 Jahren beginnen diese Fragen mit Warum. Erst für sich stehend. Dann konkreter. 



Das ist toll. Und wichtig. Und richtig. 
Doch mal ehrlich: Was mache ich mit den unzähligen Warum-Fragen? 

Mittlerweile kristallisieren sich bei uns zwei Arten heraus. Da wären jene Fragen, die das Wissen mehren sollen. Jene Fragen, die den Horizont erweitern und aus Überlegungen entstehen. Und mir mit zunehmendem Alter von Krümelie meine Wissensgrenzen aufzeigen. Diese Warum-Fragen, welche immer komplexer und abstrakter werden, mag ich sehr. Philosophisch. Anregend. Mit "Ahh"-Effekt. Welt-verstehend. 


Warum vergeht die Zeit? Warum wird es dunkel? Warum kann ich die Sonne nicht sehen? Warum ist Sonntag? Warum habe ich einen Bruder? Warum kann der Bus fahren? Warum ist der Straßenbelag unterschiedlich? Warum laufen da Rohre unter der Erde lang? Warum gibt es Tiere? Warum? Warum? Warum? 

Dann gibt es jene Fragen, die "nur" uns betreffen, den Alltag, das elterliche Handeln. Sie stellen in Frage. Begleitet von kindlichen Gefühlen wurden sie unzählige Male schon gestellt, beantwortet und in Variationen erneut geäußert. 
Jetzt bitte eine genervte Attitüde beim Kind (egal welches) vorstellen: Augenrollen, gebückte Haltung, langezogenes "Orrrhh", schlürfender oder trottender Gang und/oder je nach Alter oder Temperament des Kindes wahlweise ein schreiendes "Ich will aber/ Ich will aber nicht." vorstellen. 
Es sind jene Warum-Fragen, die am Liebsten mit "Weil das so ist." beantwortet werden (könnten). Weil wir als Erwachsene die Gegebenheit nicht mehr hinterfragen. Manchmal aber auch, weil wir uns sonst verstricken (würden) und immer neue Warum-Fragen auf kommen (würden). 

Warum muss ich Zähneputzen? Warum sollen die Zähne nicht ausfallen? Warum muss ich mich abziehen? Warum ist es kalt? Warum werde ich krank? Warum kann ich nicht spielen? Warum muss ich schlafen? Warum gehen wir jetzt? 



Ich bin bemüht viele Fragen meiner Tochter zu beantworten. Zusammenhänge wie beim Zähneputzen müssen erklärt werden. Woher soll ein Kind davon wissen? Doch jeden Abend die gleiche Frage. Es ist ermüdend. 


Möchte Krümelie einen Zusammenhang erfragen oder einfach etwas wissen, stelle ich eine Gegenfrage im Sinne von "Was denkst du?", um keine vorgefertigten Antworten zu geben. Im letzten Sommer hatte ich es hier schon einmal geschrieben, meinem Kind missfällt das in den meisten Fällen. Sie erwartet eine Antwort. Eine Antwort, die nicht zu viel erklärt, also möglichst knapp ist, und, die Raum für weitere Ideen lässt. 

Kindlicher Wissensdurst genauso wie Fragen zum täglichen Leben sind notwendig für das Miteinander und die Entwicklung. Das ist verständlich. Und richtig. Und wichtig. 
Aber wirklich: Was mache ich mit den unzähligen Warum-Fragen? 

Anne

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