Montag, 11. Januar 2016

Der erste Geburtstag naht - mein zweites Baby wird ein Kleinkind!

AAAHHHHHHH!!!!

Jetzt bitte "den Schrei" vorstellen und eine Frau, die ihre Hände an ihre Wangen presst, die Augen weit aufreißt und den Mund ebenso. Fassungslosigkeit. 
Ja, ja. Immer sagen alle, dass die Zeit rennt und mit Kindern wird das erst richtig spürbar. Und ich schaue mein Baby an und denke: Wo sind die letzten 343 Tage hin? In fast drei Wochen heißt es "Auf Wiedersehen, Baby" und "Hallo, Kleinkind". 

Ich war unendlich erleichtert als ich meinen Sohn, wenige Minuten nachdem er das Licht der Welt erblickte, auf meinen Bauch bekam. Ich war überrollt worden von der Natur. Unter der Geburt schaltete der Schwerz, der Drang, die Wehen den Kopf aus. Ich war überwältigt. Die Geburt von Krümel war ein Wellenschlag. Eine Naturgewalt. Sie überschwappte mich. Und dann herrschte Ruhe. Friedlich lagen wir da. Nur er, ich und der Herzmann. Um uns gedämpftes Licht. Über uns ein Sternenhimmel. 

Die Geburt von Krümelie war kopflastiger, beängstigender und erst der Beginn. Der Sturm zog grade erst auf. Mit ihm aber auch unzählige, übermäßige Wellen an Gefühl. So intensiv. Verliebtheit. Unsicherheit. Schmetterlinge im Bauch. Müdigkeit. Verzweiflung. Erleichterung. Es war ein (emotionales) Auf und Ab. Das ganze erste Jahr war aufregend, wie die erste große Liebe. 

Mit Krümel waren die ersten Male nicht mehr so erstmalig. Wir wussten in etwa, was uns erwartet, obwohl ich beim ersten Windelwechsel arg unsicher war. Zum Glück gab und gibt es auch mit Krümel Neues zu erleben. Es ist keine Kopie, dessen was schon einmal das erste Jahr war. Aber dieses erste Jahr verging schneller als mit seiner Schwester. 


Ein Jahr! 


In den letzten über 30000000 Sekunden ist ein Band zwischen Krümel und mir entstanden, dass mit jeder Sekunde stärker wird. Mit Stolz und voller Zärtlichkeit schaue ich meinen Sohn an. Mein Baby. Mein bald Kleinkind. 

Worte können kaum fassen, wie in über 8000 Stunden meine Zuneigung gewachsen ist. 

In den 525600 Minuten von dem Moment seiner Geburt bis zum ersten Geburtstag haben wir gemeinsam gelacht, geweint, gesungen und gelernt. Unzählige Windeln, Still- und Tragemomente, Wäscheladungen, Streicheleinheiten und Erfahrungen später sind wir in 365 Tagen als Familie zu einer Einheit geworden. Ein Wir ist entstanden. 

So verschiedenen meine Kinder auch sind, so verschiedenen ihr Start ins Leben auch war, so schwer manchmal der Alltag ist, wenn ich sie in den Arm nehmen kann, ihnen über den Kopf streichenln und ihren Duft einatmen kann, wenn ich Tränen trocknen und Augen zum Leuchten bringen kann, wenn ihre Hände mich berühren, dann kann die Welt stehen bleiben, dann möchte mein Herz überlaufen. Dann möchte ich nur noch an das Gute im dieser Welt glauben. Das ist Liebe. Das fühlt sich an, wie der beste Kaffee der Welt. (Ein für uns sehr passender vergleich.) 

Liebe - dieses Wort vermag nicht auszzdrücken, wss ich empfinde. Es fühlt sich nach soviel mehr an. 

Ich freue mich auf das erste "Mama". Dann werde ich in Tränen ausbrechen. Mein Strahlemann, mein Sohn, nie hätte ich gedacht, dass es ein zweites Wunder gibt. Krümelie wird immer die Erstgeborene sein. Und ich hatte Angst, dass wir diesem, unseren, zweiten Kind nicht gerecht werden. Ich hatte Angst nicht nochmal so intensiv und mit jeder Faser meines Körpers fühlen zu können. Doch mein Sohn hat mich eines besseren belehrt. 

Ähnlich wie beim "Buchbaby"-Geburtstag bin ich überwältigt von diesem ersten Mal. Dem ersten Geburtstag. Bald ist es so weit. Ich versuche die letzten Babytage bewusst zu erleben. Diesen einmaligen Geruch aufzusaugen... 

Auf zu neuen Ufern... 

Kommentare:

  1. Wunderschön geschrieben! Ich empfand besonders das Gefühl "kann ich dem zweiten gerecht werden bzw. noch einmal so bedingungslos lieben" sehr ähnlich und war ebenso überwältigt, dass es möglich und gleichzeitig eben anders ist. "Keine Kopie", ganz und gar nicht. Das erste Jahr ist sehr besonders, aber eigentlich ist es jedes Jahr.
    Mein Mutterherz schreit gerade 9!!! Denn mein Großer hat nächste Woche Geburtstag und ich bin ähnlich fassungslos, stolz, wehmütig.. Gerade war er doch noch...
    Ich wünsche eurem Krümel jedenfalls bald einen tollen Geburtstag im Kreis seiner wunderbaren Familie. Ich bin sicher, Krümelie wird ihrem kleinen Bruder deutlich machen wie schön Geburtstag haben ist! Wie schön, dass er geboren ist!
    Und bestimmt gibt es Erdbeeren-Torte!
    Hier nächste Woche ganz sicher ��
    Liebste Grüße
    Nadine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Nadine,
      wirklich schon 9? Ich weiß nicht, ob das je aufhört. Meine Oma ist 81 und war neulich ganz geschockt, wie alt ihr Sohn mittlerweile ist.
      Ich wünsche euch ebenfalls eine tolle Party im Kreis eurer Lieben mit wunderbarer Erdbeeren-Torte und Gesang. Bei uns soll es Schokokuchen geben, sagt Krümelie. Sie will den backen. Das wird ein Fest.
      Dann werden wir unsere Kinder alle nochmal extra unarmen, weil es so schön ist, dass sie geboren wurden.
      Liebe Grüße Anne

      Löschen
  2. Ein Riesen-Meilenstein: der 1. Geburtstag. Ich wünsch euch eine mega-super-duper-Party mit vielen schönen Momenten und einem einmalig tollen Schokokuchen!!! und bestimmt auch mit diesem ambivalenten Gefühl, dieser Mischung aus Stolz und Wehmut, aus Freude und diesem "ach, schon so groß"... auch ich werde nächste Woche mit diesem weinenden und lachenden Auge kämpfen, denn bei uns geht die Kita los...
    Liebe Grüße und alles Gute zum 1. Geburtstag
    Boah-Constrickter

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Wehmut und Freude. Ein lachendes und ein weinendes Auge. So sieht es aus.
      Und Krümelie wird sich bestimmt ins Zeug legen. Ich hör sie schon singen.
      Für euren Statt ins Kitaleben wünsche ich euch viel Spaß. Auch das ist ein großer Schritt, aber gemeinsam und mit Zuversicht wird er sicher ohne Stolpern gelingen.
      Liebe Grüße Anne

      Löschen