Donnerstag, 10. Dezember 2015

veganes Weihnachtsgebäck bei "Lebensbilder statt Krankheitsbild" #23

"Ein Kekshaus! WOW! Toll!", die 3-Jährige ist begeistert vom Knusperhäuschen ihrer Freundin. Sie will auch in der Küche werkeln. Und obwohl das Ullrich-Turner-Syndrom ein Teil unseres Lebens ist, macht es sich im Alltag nich sonderlich "breit". Es behindert Krümelie nicht. Mit der Reihe "Lebensbilder statt Krankheitsbild" will ich zeigen, dass das Leben mit dem Syndrom soviel mehr ist, als ein Karyogramm ausdrücken oder aussagen kann. Dahinter steckt soviel mehr als die Definition hergibt. Dahinter steckt LEBEN. GANZ "NORMALES" LEBEN. Und dieses - unseres - Familienleben zeige ich euch. Und da Weihnachten das Fest der Familie ist, rücke ich erneut unsere vorweihnachtlichen Aktivitäten in den Fokus. 

Hier wird nämlich "besinnlich" gebastelt. Und ignoriere ich die Ausbreitung des Klebers (Wieviel bitte ist in so einem kleinen Stick eigentlich drin?), bin ich einfach beeindruckt, wie konzentriert Krümelie "werkeln" kann. 
Na klar, auch bei uns wurden fleißig die Schuhe geputzt und aufgreiht. Dank Nikolaus können wir nun Abwechslung ins abendliche Vorleseritual bringen und gleichzeitig den Zauber von Weihnachten ergründen. 
Eine besondere Freude fand sich in unserem Briefkasten. Der Weihnachtsmann hat geantwortet. Auch diese Lektüre bereichert unser abendliches Vorleseritual. 
Neben Weihnachtsliedern (die mir auch im Sommer in den Kopf komme, weil sie sich so einbrennen) gibt es eben noch diese Sache mit dem Backen, die im Dezember unbedingt gemacht werden muss. Was wäre die Vorweihnachtszeit ohne Kleckerei in der Weihnachtsbäckerei? 


In unserer Weihnachtsbäckerei 

Bei uns in der Familie übernimmt der Herzmann mit Leidenschaft das Kochen und Backen. (So viel zur Normalität?!) Er achtet auf die Lebensmittel, informiert sich über Produkte und ernährt sich vegetarisch. Immer  mehr vegetarische und vegane Mahlzeiten finden auf unseren Tisch. Viele Sachen sind lecker. Manche nicht. 
Weihnachten hin. Weihnachten her. Auch jetzt wird auf die Zusammensetzung des Essens geachtet. Wodurch sich der Herzmann und Krümelie an veganem Backen probiert haben. 

Vegane Weihnachtsstollen 

Begeistert hat Krümelie alles Stehen und Liegen gelassen als der Herzmann die Zutaten und Utensilien fürs Backen zusammen suchte. Schwups stand ein Stuhl vor der Arbeitsfläche. Es konnte also losgehen. 
Kokosdrink und Pflanzenmargerine wurden abgemesen, in einen Topf gegeben, erwärmt und mit Hefe gemischt. In einer separaten Schüssel wurden Mehl, Zucker, Kardamom, Nelken (beides gemörsert) und Salz vermengt. Die warme Flüssigkeit kam in eine größere Schüssel und unter rühren gab Krümelie nach und nach die Backmischung dazu. "Mehlmatsche. Mehlmatsche"- Gesang begleitete den Vorgang. Dann konnte das ausgiebige (10 Minuten) Kneten losgehen. Der Teig konnt dann über eine Stunde gehen. 
Der Herzmann schnitt Trockenfrüchte (Aprikosen), hackte Nüsse und musste dabei auf Krümelies Finger aufpassen. Nach einem Ausflug wurde der Backofen auf 135 Grad vorgeheizt und der Teig ausgerollt. Krümelie konnte die Nüsse und Früchte verteilen und gemeinschaftlich wurde der Teig gerollt. Auf Backpapier plaziert, kam er für 60 Minuten (bei Ober/Unterhitze) in den Ofen. 
Nach dem Abkühlen konnte die junge Helferin sich wieder ausleben mit flüssiger Pflanzenmargarine und Puderzucker spritzen und kleckern. "Schneeflöckchen, Weißröckchen..." oder auch "Es schneit, es schneit..." hatte Krümelie wohl im Kopf... 
Obwohl der Herzmann nicht so zufrieden war (die Hefe weggekocht, zu viel Flüssigkeit), der fertige, vegane, laktosefreie und selbstgemachte Weihnachtsstollen schmeckte klasse. "Klitschig" in der Mitte und mit Kruste und Kaffee super lecker. 

Zum eigenen Ausprobieren braucht ihr: 
  • 500 g Mehl
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 100 g brauner Zucker
  • 1 Kardamomkapseln
  • 2 Nelken
  • eine Prise Salz
  • 250 g Trockenobst 
  • 165 g Pflanzenmargarine 
  • 220 ml Madeldrink oder Kokosdrink 
  • 3 Tropfen Bittermandelöl
  • 1/2 TL Zimt 
  • Nüsse und Vanille nach Belieben
  • Margarine zum Bestreichen 
  • Puderzucker zum Bestäuben 
Und vom Ehrgeiz gepackt, versuchte mein Herzmann es nochmal. Bittermandelöl und Zimt waren beim ersten Versuch nicht dabei. Auch die Mengenangaben wurden optimiert. Und an den Seiten wurde das gute Stück vor dem Besuch im Ofen eingeschnitten. Wer genauere Angaben zu Vorgängen alla " eine Mulde ins Mehl drücken" haben möchte, schreibt mir das bitte. Das zweite fertige und fluffige Ergebnis: 

Wer hat jetzt Lust auf Backen oder Plätzchen ausstechen? Was macht/backt ihr gerne in der Adventszeit? Bekommt ihr auch ständig einen Ohrwurm? "In der Weihnachtsbäckerei, gibt's so manche Kleckerei..."... 

Und weil Mehlwolken, Teigklumpen und Weihnachtsbacken überhaupt einfach zur festlichen Adventszeit gehört, steht auch auch die Serie "Kleine Genießer", die monatliche und themenbezogene (Kinder-)Rezeptsammlung von Mama Mia, in diesem Monat unter dem Motto: In der Weihnachtsbäckerei. Dort finden sich weitere und bestimmt leckere Anregungen. 

Guten Appetit! 
Eure Anne 

Kommentare:

  1. Boah-Constrickter:
    Vielen Dank für das tolle Rezept. Ich habe es ausprobiert und gestern wurde das vorzeigbare und leckere Resultat von der gesamten Familie verdrückt.
    Leider ist mir vom Kardamon zuviel reingerutscht - ich hasse Messerspitzenangaben :o ich bin da immer zu großzügig :( vielleicht, weil so eine kleine Messerspitze immer so wenig aussieht im Vergleich zur Gesamtmasse. Aber vielleicht lerne ich es noch - die Hoffnung stirbt zuletzt. Also wirklich nur eine klitzekleine Messerspitze.
    Leider war das nicht das einzige Malheur: Ich wollte nur mal fix das Trockenobst im Mixer zerkleinern und .... fix gab der Mixer seinen Geist auf. Da war doch tatsächlich bei einer Trockenpflaume noch ein halber Kern bei - so eine Sch... Echt ärgerlich.
    Aber von meinen Unzulänglichkeiten und denen des Trockenobstes abgesehen (wofür das Rezept ja nichts kann) war der Stollen - der nach dem Backen echt riesig war - ausgezeichnet. Ein Rezept, was ich wirklich gern weiterempfehlen kann - für Leckermäulchen eventuell mit etwas mehr Zucker. Auf jeden Fall hat das Rezept Wiederholungscharakter und wird ins pivate Backbuch übernommen :)

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    1. Liebe Katrin,
      wenn dein Backwerk geschmeckt hat wie es aussah bei Facebook, dann muss es großartig gewesen sein. Sah wirklich appetitlich aus. Der Herzmann hat unseren Mixer auch mit Trockenobst geschrottet, das ist aber schon länger her, deswegen hat er das Obst per Hand geschnitten. Also nur eine Messerspitze nehmen, Obst per Hand schneiden und vielleicht ein bisschen mehr Süß. Vielen Dank für deine Kommentar!
      Liebe Grüße Anne

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