Mittwoch, 23. September 2015

Worte an Astrid Lindgren - Blogparade


Zu Ehren von Pippi's Geburtstag schrieb ich hier über unser abendliches Lesen. Nun nehme ich den Geburtstag ihrer Schöpferin zum Anlass und widme auch ihr einen Beitrag. Gleichzeitig beteilige ich mich damit an der Blogparade von Ramona vom Blog Kielfeder




Liebe Astrid Lindgren,  


mit diesen Zeilen möchte ich mich an Sie wenden und ihnen danken. 
Unzählige ihrer Geschichten haben meine Phantasie beflügelt und mich in meiner Kinder- und Jugendzeit begleitet. Als schüchterndes Mädchen habe ich diesen tollen, selbstbestimmten und selbstbewussten Jungen vom Dach bewundert. Heute finde ich ihn egoistisch. Aber genau das habe ich wohl gemocht. Damals. Als ich lernte, was Egoismus ist. Im Winter mochte ich besonders Michel und Ida. Wie gerne hätte ich ihre Gemeinschaft erlebt. Und was wäre das für ein Spaß gewesen mit Lotta Fahrrad fahren zu lernen. Nach einer etwa 6-jährigen Pause vergnügte ich mich wieder mit einigen ihrer Figuren. Im Studium widmeten wir uns der Frage, wie all die Kinder ihrer Bücher in das heutige, hissige Kindergarten- und Schulsystem passen würden... Michel hätte wohl ADHS. 
Tja und das Fräulein mit den roten, steifen Zöpfen, was so stark, wild und frei ist, dieses Fräulein ist eine lieb gewonnene Freundin. Sie besucht mich ständig. 

Zum jetzigen Zeitpunkt als Erwachsene möchte ich Sie umarmen. Jeden Abend beleben Pippi, Thomas und Annika das Kinderzimmer. Sie lassen meine Tochter und mich zusammen rücken. Fern von Smartphone, Hektik und Trubel können wir uns zusammen kuscheln und lesen. Wir lassen die (manchmal so schreckliche) Welt draußen und lesen von diesem besonderen Mädchen, welches trotz der Gegebenheiten (ohne Mutter und Vater) lacht und singt, mit den Zehen wackelt, mutig dem stärksten Mann der Welt gegenüber tritt und ihre Schullaufbahn selbstbestimmt. Sie versorgt sich und kann dabei noch Spaß mit ihren Freunden haben. Und ihr Ideenreichtum ist einmalig. Ich schätze, wir wollen beide, dass Krümelie so wird wie Pippi Langstrumpf. Unangepasst und lebensfroh. 

Es ist beeindruckend, wieviel wir von dieser Figur haben. Was sie uns gibt. Natürlich könnten wir auch etwas anderes lesen. Natürlich gibt es auch andere wunderbare Charaktere, Abenteuer und überhaupt. Aber Pippi, was soll ich sagen, sie ist unsere Heldin. 
Wenn ich früher von Pippi beeindruckt war, sie mochte und ihre Erlebnisse mich fesselten. So liebe ich sie nun, weil sie mich an die stärke meines Mädchens und unsere Vorlese-/Kuschelzeit denken lässt. 

Werte Frau Lindgren, sie haben meine Liebe zu Büchern maßgeblich beeinflusst und einen Grundstein gelegt, sodass auch das wunderbare "X-MAL ANDERS Ullrich-Turner-Syndrom! Ja, und?!"- Werk; mein Buch; entstehen konnte. Den Zauber "Ein Buch in Händen zuhalten", vielleicht auch sich DARAN festzuhalten und vorallem DARIN Halt zu finden, diese Besonderheit eines Werkes, einer Geschichte und einer bewundernswerten Hauptfigur habe ich von Ihnen gelernt. 



Und auch Ihre klugen und inspirierenden Aussagen berühren mein Mutterherz. Wie wahr ihre Worte sind und treffend formuliert. Ich zolle ihnen großen Respekt und erfreue mich an der Lesezeit mit meiner Krümelie und hoffe, dass sie auch bei ihr und Krümel einen Grundstein legen. 

Abschließend kann ich nur festhalten: 
HOCH SOLLEN SIE LEBEN!!! 
Herzlichst 
Anne-Christin Ermisch

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