Mittwoch, 26. August 2015

Was wird?

Mein Handy, mein Tor zur Welt, zeigt mir schockierende Nachrichten. Betrunkene urinieren auf zwei Kinder. Die Habseigkeiten von Flüchtlingen passen in eine Plastiktüte. Not. Elend. Gewalt. Schicksale. Menschen verletzen sich gegenseitig. Raub. Habgier. 

So viel.

Wenn ein Baby geboren wird, wenn kleine Kinder und Schlafmangel da sind, lebt es sich wie in einer Blase. Alles Schlechte dieser Welt erreicht das elterliche Bewusstsein nur bedingt. Mutter Natur hat das geschickt eingefädelt. Ich kann von den Nachrichten nur noch das Wetter schauen. Alles andere lässt mich schaudern. 

In diese Welt habe ich zwei Kinder gesetzt. So viele Fragen sind ungeklärt. Ganz konkrete Lösungen müssen her; vorallem auf lange Sicht. Auf kurz oder lang werden in Kindergärten und Schulen Kinder kommen, die Schreckliches erlebt haben. Mir geht es nicht darum, dass sie das nicht sollen. Mir bereitet Sorge, wie ihre Erfahrungen in diesem Kontext das Miteinander beeinflussen. Werden die Mitarbeiter unterstützt oder geschult? Wird es dann an Schulen und in Kindergärten Traumaexperten geben? Das ist nur ein Beispiel. Die Frage, wie sich das Miteinander gestalten kann mit einer Vielzahl an Einflüssen (Herkunft, Wertvorstellungen, Erlebnissen, körperlichen und geistigen Fähigkeiten,...) 
Sorge bereit mir auch die Überlegung, was ein Menschenleben Wert ist. Unabhänig von der Situation von Geflüchteten, frage ich mich, wieviel Blut und Schmerz braucht es für materiellen Besitz... Ein Liter Blut für 'ne Kette und 'ne Uhr? Platzwunde und mit 20 Stichen nähen für ein Handy? Wie wird mit Anderssein umgegangen? 

Dazu kommt der abstraktere Teil. Was macht die Politik? Was passiert in Zukunft mit den geflüchteten oder den raubenden oder den tötenden Menschen? Was passiert mit den verschiedenen Leuten, die ein friedliches Miteinander stören, Was geschieht, wenn die (mediale) Aufmerksamkeit, der Schreck vergangen ist?

Ich möchte in meiner Blase oder auch Käseglocke, in meiner Friede-Freude-Eierkuchen-Welt bleiben, mich mit meinen Kinder über das Leben freuen. Ich mache mir Sorgen, was wird...

Natürlich ist unser aller Leben von Gegensätzen bestimmt. Leben und Tod. Freud und Leid. Dunkelheit und Licht. Ich kann mich nicht beschweren. Es geht mir und meiner Familie gut. Aber an machen Tagen zweifele ich schon sehr. Und ich werde betrübt. Was wird...

... wenn behindert ein abwertendes (Schimpf-)Wort ist? 
... wenn viele Menschen ihre Heimat verlieren und anderswo Neu anfangen? 
... wenn Menschen Geld verdienen und haben, die keines haben sollten? Wenn menschliche Berufe weniger erträglich sind, als produzierende? 
... wenn der Glaube ans Gute verblasst? 

Im Rahmen meiner Möglichkeiten kann ich etwas auf die positive Waagschale tun- meine Kinder erziehen; offen sein; hinterfragen, mich Einsätzen für die Dinge, die mich bewegen oder auch etwas spenden- aber trotzdem: Was wird?
Was für eine Zukunft wird es geben? 

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