Sonntag, 30. August 2015

Blogger für Flüchtlinge

Schätzungsweise vor 5 Jahren hörte ich das erste Mal vom Berliner LAGeSo. Hin und wieder kamen Briefe von dort bei uns an. Hin und wieder ärgerten der Herzmann und ich uns über die deutsche Bürokratie und die lange Bearbeitungsdauer dort. Unser Anliegen endete vor nicht allzu langer Zeit und vorerst mit der Übersendung eines unbefristeten Schwerbehindertenausweises. Wir können uns also zurücklehnen, uns manchmal selbst bemitleiden, weil Gesundheit schöner und besser wäre, und das Thema LAGeSo ad acta legen.

Wir könnten. 

Zum jetzigen Zeitpunkt braucht man schon eine sehr gute Käseglocke, um nichts von der Situation vor besagtem Amt mit zubekommen - besonders als Berliner. Darüber hinaus werden allgemein eine Menge (800.000; habe ich gelesen) Flüchtlinge erwartet. Darauf will ich jetzt gar nicht näher eingehen. Informationen und Eindrücke lassen sich problemlos finden. 

Ich schrieb vor ein paar Tagen hier, dass ich mich frage "Was wird?" und, dass ich mir Sorgen mache; dass ich am Liebsten in meiner Friede-Freude-Eierkuchen-Blase bliebe. Natürlich geht das nicht. Und natürlich will ich auch nicht die Augen schließen vor dem, was in der Welt geschieht. Schließlich beruht dieser Blog, mein Buch und überhaupt alles auf dem Prinzip "über den Tellerrand schauen" und Neues kennen und verstehen lernen. Gut, so ganz werde ich wohl trotzdem viele Sachen nicht verstehen können (Zum Beispiel warum Blut fließen muss, um Geld oder Schmuck zu rauben.) und auch viele Sorgen werden wohl bleiben.

Blogger für Flüchtlinge

Auf einer virtuellen Welle segelt ein Bötchen durch "mein" Internet. Voller Respekt schaue ich ihm nach und zu. Sein Hafen befindet sich hier und seine Flagge ist der Hashtag #bloggerfuerfluechtlinge. Geldspenden werden gesammelt, Sachspendemöglichkeiten aufgelistet, Stimmen erhoben und Taten gezeigt. 
Das ist eine bewegende Aktion. Mit Engagement entsteht Großes. Und ich denke, dass meine Spende dort in gute Hände gelangt. Weil: 

Ich frage mich: Warum sollte ich von meinem geringen Beitrag berichten? Was nützt es? Wen interessiert das? Ich schreibe das jetzt, weil auch ein kleines Licht die Dunkelheit heller macht. Weil "etwas" (so auch "Blogger für Flüchtlinge") nur durch viele überhaupt werden konnte und durch viele größer wird. 

Weil "ein bisschen" mehr ist als "gar nicht". 

Wir haben gespendet und Krümelie und ich setzen ein sichtbares Zeichen. Sie hat mit der Kraft vom Herzmann zwei Buttons für uns gemacht und stolz getragen. Auch wenn sie nicht versteht, was vor sich geht, trägt sie eine Botschaft mit Freunde. Unvoreingenommen. Weltoffen. Mit Respekt. 

Kommentare:

  1. Wunderschön auf den Punkt gebracht! "weil auch ein kleines Licht die Dunkelheit heller macht." Genau so ist es! Wir alle können etwas tun. Der eine im Großen, der andere im Kleinen.
    Alles Liebe
    Nadine

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    1. Liebe Nadine,
      vielen Dank für deine Worte. Manchmal vergisst man das und denkt man muss Großes vollbringen, weil es sonst keinen Wert hat. Würde man dann gar nichts mehr tun, was würde dann werden...
      Viele Grüße Anne

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