Sonntag, 17. Mai 2015

Unsere Puppe Bara

Mit der Geburt von Krümelie sind hier viele, kleine und große Dinge angeschafft worden. Es gab Fehlkäufe und praktische Helfer. Und es gab Geschenke. Auch diese waren mal mehr, mal weniger nützlich.
Ein Geschenk jedoch ist etwas ganz besonderes (geworden).

Als wir sechs Wochen vor der Geburt von Krümelie auf dem Jahrestreffen der deutschen Turner-Syndrom Vereinigung waren, lernten wir viele herzliche und freundliche Mädchen und Frauen kennen. Eine davon war Barbara. Ihr findet sie im Buch auf den Seiten 120 bis 125. Sie überwältigte uns mit ihrer Energie und ihrem Glauben an unser Ungeborenes und die Schönheit des Lebens.

Ein Jahr später trafen wir sie wieder auf dem Jahrestreffen. Unsere Krümelie war mittlerweile 10 Monate. Und wieder war ich gerührt. Diese Freude. Diese schier unendliche, aufrichtige Freude. Sie kam von Herzen. Ich spürte das. Sie war glücklich, weil unsere Tochter geboren war. Natürlich auch, weil Krümelie mit ihrem charmanten Lächeln, sie für sich einnahm.
Und dann schenkte Barbara Krümelie eine Puppe. Sie hatte sie den weiten Weg zum Treffen mitgebracht. Eine Frau, die wir ein Jahr zuvor kennen gelernt hatten und, die seitdem nur durch seltenen E-Mail-Kontakt an Krümelies Sein anteilnahm, machte sich Gedanken über ein Geschenk. Einfach so. Weil sie sich mit uns freute. Ich war gerührt.


Die 10 Monate alte Krümelie konnte mit diesem Geschenk herzlich wenig anfangen. Aber die Puppe wohnte von da an bei ihr im Zimmer. Wir nannten sie: Bara. Barbara erschien uns zu schwer.
Und Barbara bewies Weitsichtigkeit. Heute lässt sich die Puppe Bara nicht mehr wegdenken. Sie ist zu Krümelies Alter Ego geworden.

Gemeinsam haben sie viel gelernt. Das prägnanteste Beispiel ist wohl, dass sie gemeinsam das Windelfrei-Sein geschafft haben. Obwohl Bara, seit der Geburt von Krümel, herbe Rückschritte machte. In der letzten Zeit wandelt sich auch der Umgang. Bara wird zum Baby. Hat sie früher mit Krümelie Kuchen gegessen und hat in ihrem Bett geschlafen. So wird sie heute eben gewickelt, gestillt, getragen, im Wagen geschoben, an- und ausgezogen und bekommt ihr eigenes Bett. Bara kommt auf Ausflüge mit, bekommt allerhand zu sehen und auch gerne mal schimpfe, wenn sie zu laut ist oder aus dem Puppenwagen "springt". Wenn Krümelie nicht Haare kämmen mag, soll ich das lieber bei Bara machen. Oder die Bara möchte unbedingt einen Keks, den sie dann doch nicht schafft. Das Krümelie dann hilft, brauch ich eigentlich nicht erwähnen.
Krümelie hat Bara in ihr Herz geschlossen und ich finde es so schön zu sehen, wie Bara gedrückt und versorgt wird.


Als Symbol der Freude, Lern- und Spielpartnerin ist Bara ein wirklich wunderbares Geschenk. An dieser Stelle nochmal Danke schön, Barbara.

Ich hoffe, dass das noch lange so bleibt und wir als Eltern Bara später nutzen können, um Krümelie auch andere Dinge zu vermitteln und zu erklären - zum Beispiel das Ullrich-Turner-Syndrom.

Habt/hattet ihr auch so einen Begleiter? Ein Kuscheltier, eine Puppe, die euch begleitet hat?


Kommentare:

  1. Als Kind hatte ich einen Teddy, leider ist er heute, Jahrzehnte später, ziemlich abgeschabt und kaputt, aber er hat mich oft getröstet und war mir ein treuer Begleiter. Das tut jedem Kind gut. Die Puppe Bara scheint auf dem besten Weg zu solch einem treuen Begleiter zu sein. Wie schön. Das freut und rührt mich im tiefsten Herzen!!! So war es gedacht!!! Möge Bara die süße Krümelie noch lange begleiten dürfen und dabei sei, wenn Krümelie erwachsen wird

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    1. Bara wird eine treue Begleiterin. Da bin ich sicher. Und wenn Krümelie mal zu cool wird für eine Puppe, werde ich sie in Obhut nehmen. :-)

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