Freitag, 29. Mai 2015

Fragen

Fragen über Fragen

"Was ist das?" Oder auch mal: "Was das?" gefolgt von "Was machst du?" bzw. "Machst du?" sind hier im Moment DIE Fragen schlechthin. Das Interesse ist groß. Das Kind hat Ausdauer und einen schirr unstillbaren Wissensdurst.
Im Allgemeinen schätze ich die Neugier von Krümelie, erkläre, beschreibe und antworte eben. Allzu gerne frage ich zurück: "Was denkst du?". Der Gedanke dahinter ist simpel. Sie soll eigene Vorstellungen entwickeln. Wenn Krümelie jedoch eine Antwort von mir erhalten will, sagt sie mir: " Ich denke, du weißt das.". Und dann bleibt sie solange am Ball bis ich ihre Neugier gestillt habe.

Ich bin davon überzeugt, dass Fragen großartig sind. Sie sind der Anfang. Beginn eines Gespräches. Die Startlinie der Gedanken. Sie unterstützen unser Miteinander und schlagen eine Brücke. Sie bringen uns einen Mehrwert und fördern unser Lernen. Fragen lassen uns über den Tellerrand blicken und eröffnen neue Möglichkeiten.

Und sie nerven.

Ständig diese Fragen. Ihr kennt das, oder? Bestimmte Fragen werden immer und immer wieder gestellt. Manche davon sind überflüssig. Manche wurden einfach zu oft gehört. Manche Fragen treffen einen wunden Punkt und bringen mehr Fragezeichen.

Hier meine Top 5, der meist gehörten Fragen:

  1. Von wem hat sie den die Locken? (Zig Mal gehört)
  2. Und weint dein Bruder (viel)? (Überflüssige Frage.)
  3. Wie alt ist sie den? Sie spricht so schön.
  4. Bist du müde? (an Krümelie gerichtet) gefolgt von: Ist sie krank? (an mich gerichtet)
  5. So klein ist sie doch gar nicht (im ersten Jahr wurde diese Frage so gestellt: So hässlich ist sie doch gar nicht bzw. Man sieht doch gar nichts.) Bist du sicher, dass sie behindert ist bzw. dieses Syndrom hat?

Mich nerven diese Fragen. Gut, ich weiß auch in etwa, woher die Locken kommen. Aus der väterlichen Familie. Eine wirklich oft gehörte Erkundigung. Punkt Zwei ist überflüssig. Natürlich weint Krümel. Er ist ein Baby. Was soll er den sonst machen? Über Krümelie's Alter kann ich Auskunft geben. War ich schließlich dabei. Den Rest ignoriere ich gekonnt. Und zu Müdigkeit, Krankheit, Größe, Erscheinungsbild und Behinderung sage ich je nach Situation etwas.

Aber auch "Nerv-Fragen" bringen einen Mehrwert.
Neulich dachte ich darüber nach, warum Krümelie gefragt wird, ob Krümel weint. Und nicht etwa ich... Und landete mit meinen Überlegungen bei: Warum ich mich mittlerweile freue, dass Krümel ein Junge ist?

Weil es keine Erklärungsnot mit sich bringt, wenn Krümel größer wird als Krümelie.
Obwohl mir eine Vielzahl von Menschen versichert - "So klein ist sie doch gar nicht." - wird die Körpergröße früher oder später eine Rolle spielen. Früher oder später wird er sie überragen. Wahrscheinlich früher. Und dann? Dann ist die große Schwester plötzlich kleiner. Und das wirft dann neue Fragen auf - nach den Ursachen und nach dem Alter des jeweiligen Kindes. Ich weiß das. Ich habe es schon erlebt. Allerdings in der Schwesternkonstelation. Bei uns denke ich: Es macht nichts, wenn der "kleine" Bruder größer wird. Es stört nicht, weil Jungen größer werden als Mädchen. Meistens jedenfalls.

Fragen sind toll. Es werden noch unzählige folgen....


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