Donnerstag, 12. März 2015

Lebensbilder statt Krankheitsbild #3

Familienleben mit Zwein 

Wir befinden uns in Zeiten des Umbruchs. Krümel bereichert unser Familienleben, was Änderungen im gewohnten Alltag mit sich bringt. Häufig werden wir gefragt, wie Krümelie ihren Bruder findet, wie sie auf ihn reagiert? Insgesamt kann ich sagen, dass sie ihm wohlgesonnen gegenüber steht. Sie zählt ihn zu ihrer Familie. Er wird bedacht und bekommt zum Beispiel zum Frühstück einen Teller hingestellt. Sie fragt nach ihm beim Abholen aus dem Kindergarten, will ihn streicheln und mit ihm spielen. Und doch kämpft sie auch mit der veränderten Familiensituation. Weil sie sich selber in einer Phase des Umbruchs befindet. Sie kann ganz viel. Sie will ganz viel. Und dann kommt sie an eine Grenze. Etwas geht nicht, weil es den Naturgesetzen unterliegt oder dann doch ihre Fähigkeiten übersteigt und das ärgert Krümelie. Dann gibt es Geschrei. Und wenn dann auch noch Krümel Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, bricht eine "Gezeter-Welle" über uns herein.
 Ein Beispiel.
Ich stille. Alles ist friedlich. Papa ist in der Küche und macht Abendbrot. Krümelie ist mit einer Motorikschleife beschäftigt und lässt die Holzteile nach und nach mit Singsang "zu Oma fahren". Alles friedlich. Dann plötzlich muss Krümelie zur Toilette. Sie springt auf, rennt zum Bad und bekommt die Tür nicht auf. Geschrei. Papa hilft. Die Hose geht nicht schnell genug nach unten und ist ein bisschen nass. Die weitere Hilfe des Papas wird verwehrt. Geschrei. Mama soll her. Mama denkt, dass der Papa vor Ort das schon machen wird. Geschrei. Lauter. Schriller. Papa versucht Krümelie von den Sachen zu befreien. Diese hat sich verheddert und - genau -  kreischt. Weil sie die Tür nicht aufbekommen hat, etwas daneben ging und Mama nicht kommt. Die unterstützenden Worte meinerseits bleiben ungehört. Papa tut sein bestes. Dann geht er leicht genervt zurück in die Küche und Krümelie kuschelt sich an mich und versucht Krümel zur Seite zuschieben. Vergebens. Sie begnügt sich mit einem Teil der Mama und wischt ihre Nase an meiner Schulter ab.

So ist das - in Zeiten des Umbruchs.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen