Freitag, 23. Januar 2015

vorgeburtliche Tests - ein sensibles Thema

"Sie haben auf die Feindiagnostik verzichtet?"

"Ja!"

kurze Pause

"Wissen sie, was es wird?"

"Ja. Wir haben ein zweieinhalbjährige Tochter. Wir wollten, dass "das Baby" realer wird als Bruder oder Schwester."

Meine Erklärung auf die zweite Frage war unnötig. Bei der ersten Frage hatte ich das Bedürfnis mich zu erklären, warum wir verzichtet haben. Bei der zweiten Frage schwappte dieses Gefühl dann völlig hoch. Doch das wäre gar nicht nötig gewesen. Die Ärztin hat einfach nur Informationen abgefragt. Ganz ohne Wertung, wie mir schien. Sie lächelte und meinte: " Nicht das ich ihnen jetzt etwas erzähle, was sie gar nicht wissen wollen." Ganz freundlich. Wäre auch blöd, wenn sie mir kurz vor der Geburt das Geschlecht verraten hätte.

Eltern entscheiden

Der Schwangerschaftstest ist positv. Nervös wird der Arzt aufgesucht. Schlägt das Herz? Wird die Schwangerschaft dann bestätigt, ist das Glück vollkommen. Und viele Entscheidungen warten. Die Frage nach dem Geschlecht ist nur die Spitze des Eisberges. 
Die ganze Thematik - "vorgeburtliche Untersuchungen", "pränatale Bluttest", "Chromosomenanalysen" - sie lässt mich zusammen zucken, verkrampfen, in Abwehrhaltung gehen, schlucken und ... ach, mir fehlen die Worte.

Ich bin jetzt öfters über einen Artikel der ZEIT ONLINE gestolpert.
"Wer darf leben?" von Sven Stockrahm, Alina Schadwinkel und Dagny Lüdemann - 23.Januar 2015

Schlussendlich habe ich ihn gelesen. Und dann sitze ich da und denke: Bei diesen frühen Bluttest wird nicht nur das viel genannte Down-Syndrom festgestellt. Ullrich-Turner-Syndrom kann der Computer auch als Ergebnis ausspucken. Gleicher Test.

Und dann? 


Dann muss du Stark sein und das Syndrom kennen oder Kennenlernen wollen.
Weil sonst...


Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben!
    Weil sonst...
    Unser Kind hatte eine so dicke Nackenfalte, dass ich die Zahl kaum glauben konnte.
    Es ist vollkommen gesund - nach der "Beratung" der Ärzte wäre es weil sonst...
    Danke für Deinen Blog!
    Herzlichst,
    Tessa

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  2. Wie schön, dass es kein "weil sonst..." geworden ist und euer Wunder gesund ist.
    Alle werdenen Eltern wünschen sich ein gesundes Kind. Ganz selbstverständlich, weil man das Beste für sein Baby möchte. Erfüllt sich dieser Wunsch, sollte man dankbar sein. Es ist ein Geschenk. Ich finde, dass man, wenn die pränatale heraufbeschworenen Eventualitäten nicht eintretten, nochmal dankbarer ist.
    Alles Gute für euch.
    viele Grüße Anne

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