Montag, 17. November 2014

Kosenamen



Krümelie 

Ja, so nenne ich meine Tochter liebevoll. Es ist ihr Kosename. 
Es ist eine Mischung aus „Krümel“ und ihrem Vornamen. 
Auf dem ersten Ultraschall war eindeutig ein „Krümel“ zu sehen. Unser Krümel. Unser Glück. 
So winzig klein. Eine Ahnung von etwas ganz Besonderem.
Obwohl die Entwicklung ihren Lauf nahm, für mich blieb es unser „Krümel“. Auch als unser Baby schon längst geboren war, passte ich ihren Kosename nur an. Die Mischung „Krümelie“ entstand. Für mich repräsentiert diese Betitelung ein Wunder. Aus etwas Unscheinbarem ist ein lebendiges und willensstarkes Wesen geworden. Zu dem steckt ganz viel mütterliche Liebe darin, die sich vom ersten Moment an aufgebaut hat. 

Warum schreibe ich das?

 

Immer öfters frage ich mich, ob der Kosename unpassend ist.
Im Kontext mit dem Ullrich-Turner-Syndrom spielt das Körperwachstum eine große Rolle. Bereits um das dritte Lebensjahr steht die Gabe von Wachstumshormonen im Raum. Je früher begonnen wird, desto mehr Zentimeter werden am Ende gewonnen. So die Überlegung. Die Wachstumskurve von Krümelie sieht gut aus. Mit zwei Jahren liegt sie mit 81 cm bei P3, der unteren Normgrenze.   
Wir haben uns gegen die Gabe entschieden. Ein Grund ist die gute Prognose. Papa ist 1,92 cm groß.
Davon wird hoffentlich etwas an Krümelie vererbt worden sein. Wir mischen uns in diesem Punkt nicht in die natürliche Entwicklung ein. Es wird ihr ganzes Leben lang größere Gleichaltrige geben. Aber entsteht für sie dadurch ein Problem? Im Moment stört sie sich weder an ihrem Kosenamen noch an ihrer Größe.

Ich frage mich dennoch: Halte ich sie klein mit diesem Namen? Sollte ich ihr einen anderen Spitznamen geben? Einen Namen mit mehr Stärke?
Mein großes Aber ist, dass die Betitelung „Krümelie“ im wahrsten Sinne aus dem Bauch heraus entstanden ist. 

Krümelie weiß, wie sie heißt. Sie nutzt ihren Vornamen aktiv.  Und ich kann meine mütterliche Liebe damit ausdrücken. Irgendwann kommt der Punkt, wo mir meine Tochter sagen wird, dass sie nicht mehr so genannt werden will. Aber nicht jetzt. Solange bleibe ich dabei.

Bild aufgenommen von Matthias Friel im April 2014

Wie war das bei euch? Gibt es Kosenamen, die euch von der Kindheit an geblieben sind? 
Oder werden alle Spitznamen irgendwann blöd und peinlich? 
Wie nannten oder nennen eure Mamas euch?

Kommentare:

  1. Also auch als nicht Betroffene antworte ich einfach mal. Als Kind bekam ich ein Kuscheltier, einen Hasen. Den gibt es auch immer noch. Meine Mutter hatte ihn vor meiner Geburt gekauft, als sie noch nicht mal schwanger war, weil sie immer auf ein Kind hoffte. Ich ließ allerding sieben Jahre auf mich warten. Um so glücklicher war sie, als ich geboren wurde und später auch der Hase von mir favorisiert wurde.Ich lernete mit ihm laufen und er musste überall mit hin. Sie nannte mich immer Haseputtchen. Keine Ahnung warum. Als ich älter wurde, verlor sich der Name von selbst. Später nannten mich Freunde immer mal Hasi, aber nur bei zwei Freunden ist das geblieben. ;-) Ich mag das, weil ich das seit Kindheitstagen ausschließlich positiv verbinde. :-) Selbst in meiner Beziheung bin ich nicht Schatz, sonder Hase. War also auch von Anfang an da und soll wohl so sein! :-) Silvi

    AntwortenLöschen
  2. Liebes Hasi,
    hier kann jeder kommentieren und antworten, solange es keine Beleidigungen, Angriffe oder in anderer Form unpassende Dinge sind. Ich bin begeistert, dass du hier liest und kommentierst.
    Krümelie und ich gehören zu den Menschen, die Hasi zu dir sagen ;-) Ich weiß sogar noch, wie es dazu kam, dass ich Hasi sagte. Aber das bleibt im Privaten. Krümelie hat es dann übernommen.
    Auf jeden Fall drückt auch hier der Kosename Zuneigung aus.
    Und das ist doch schön.

    Viele Grüße Anne

    AntwortenLöschen